Sommerlager 2015

Dieses Jahr ging es während der Sommerferien für 20 Pfadfinder unseres Stammes zusammen mit sechs Leitern ins Sommerlager auf den internationalen Pfadfinderplatz Zellhof in Salzburg, Österreich. Nachdem die Vortour im Bulli samt Anhänger schon am Freitagabend startend für den Materialtransport sorgte, traf sich Samstagmorgen die Reisegruppe am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, um pünktlich um sieben Uhr mittels Zug die Fahrt Richtung
Salzburg zu starten. Mit viel Material zum Tauschen im Gepäck freuten sich alle auf eine unvergessliche Zeit zusammen mit Pfadfindern aus ganz Europa. Schon beim Auftakt kündigte sich eine sengende Hitzewelle an, die uns die erste Lagerzeit begleitete.
Am späten Nachmittag nach einer anstrengenden Reise kamen alle unversehrt auf dem Zellhof an, sodass noch vorm Abendessen die Schlafzelte standen. Bei Currywurst und einer entspannten ersten Abendrunde, in der Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen zum SoLa geäußert werden konnten, stellte sich bereits heraus: Rochus Spiecker würde man in den nächsten zwei Wochen hauptsächlich im platzeigenen Strandbad, auf dem Steg und vor allem im Grabensee antreffen. Hundemüde verabschiedeten sich alle in die Federn….
Der erste Tag verlief wie folgt: Frühstück, Lageraufbau, See, Mittagssnack, Lagerherrichtung, See, See und See, Abendessen, Lagerfeuer, Schlafenszeit. Die Hitze schaffte alle sehr, Spiele außerhalb des Sees waren kaummöglich und der restliche Aufbau ging schleppend voran. Jedoch fehlten lediglich die Lagerbauten, welche aber am darauffolgenden Tag sofort nachgeholt wurden. Nun war es aber Zeit für ein erstes Highlight. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg nach Mattsee, um dort Kanus vom Zellhof zu leihen und damit auf den Mattsee zu rudern sowie eine mächtige Wasserschlacht zu starten. Super war´s! Als besonderes Topping des Tages durften alle draußen schlafen, weil die Hitzewelle dies erlaubte und vor allem der Sternenhimmel sich uns von seiner aller aller aller…. aller schönsten Seite zeigte. Einfach nur beeindruckend!
Mittwochs startete dann bereits die Hikevorbereitung. Die Gruppenverteilung unterschied sich dieses Jahr von der üblichen Stufenverteilung wegen der recht einseitigen Teilnehmerkonstellation. Die Kids unterteilten sich in eine entspannte, eine mittlere und eine läuferisch fortgeschrittene Gruppe. Abends kamen dann alle Stämme zu einem Abend der offenen Töpfe zusammen, bei dem mal hier mal dort probiert werden konnte. Es war sehr interessant und vor allem lecker, die klassischen Gerichte anderer Stämme und Nationen auszuprobieren. Mit einem Stamm aus Luxemburg verstand man sich auf Anhieb grandios, tolle Kontakte unter den Kindern wurden geknüpft und Halstücher getauscht.
Der Hike verlief bei allen drei Gruppen nach Plan und da sich das Wetter am Vorabend überall (außer über dem Zellhof, was ein Glück!) unwettertechnisch ausgelassen hatte, konnten die Gruppen bei angenehmen Temperaturen tolle Wanderrouten absolvieren. Regelmäßig ließen sich die Gruppen zu Badepausen nieder. Unterkünfte, größtenteils direkt an irgendeinem der vielen Seen liegend, wurden problemlos gefunden. Die Profigruppe hatte Glück, traf am zweiten Tag einen netten Mann namens Felix, den Teilhaber eines Segelklubs, durfte ihre Zelte auf dem Gelände des Segelklubs aufschlagen, heiß duschen, sich zu Pizza einladen lassen und zu allem Überfluss am nächsten Tag das Segeln selbst „erlernen“. Unter dem Motto „Ich behandle Menschen so, wie ich von ihnen behandelt werden möchte“ ermöglichte Felix der Hikegruppe tolle Erfahrungen. Im Laufe des letzten Hiketages trafen die Gruppen wieder am Platz ein. Sofort wurden alle Erlebnisse ausgetauscht und man freute sich wieder beisammen zu sein.
Das Bergfest stand an und brachte ein fettes Abendessen mit sich. Wraps zum selber bauen und Nachos wurden gespachtelt! Nach dem Abendessen kamen alle in Kluft zu einem sehr ausgedehnten Impuls zusammen, der von den Leitern zusammengestellt wurde – mal was anderes als der obligatorische Gottesdienst. In der Dunkelheit schritten alle mit dem Banner voraus über den Platz, um bei verschiedenen Stationen spirituell ins Nachdenken zu kommen und die zweite Lagerhälfte einzuläuten. Am anschließenden Feuer waren alle begeistert.
In der nächsten Woche wurde das Wetter wechselhaft, was dem Spaßfaktor allerdings zu keiner Zeit im Wege stand. Gruppenspiele wie Bannerklau und Brennball konnten gespielt werden und der See wurde auch weiterhin fleißig besucht. Besonders stolz machte die Leiterrunde, dass die Teilnehmer an einem Strang zogen und ohne größere Hilfe ein Fußballturnier zwischen allen Stämmen am Zellhof auf die Beine stellten. Dieser große Erfolg wurde mit dem internationalen Freundschaftsaufnäher vom Zellhof belohnt. Mit diesem bestückten sich auch zwei unserer Leiter, die zusammen mit der Zellhofleitung einen Campfire-Abend für den gesamten Platz organisierten, welcher am zweiten Mittwoch nach dem Abend der offenen Töpfe aufgrund von Regen leider in die Scheune (ironischerweise ohne Feuer) verlegt wurde. Nichts desto trotz entfaltete sich der Abend trotz der Bedingungen zu einem großen Erfolg. Jeder Stamm stellte einen traditionellen Sprechgesang o.Ä. vor. So mancher Leiter war beim Mitmachen nicht mehr zu bremsen. Wir sangen zusammen mit zwei im Ruhrgebiet ansässigen Stämmen das Steigerlied sowie „Flinke H ände, Flinke Füße“.
Des Weiteren standen in der zweiten Hälfte des Lagers zwei große Ausflüge an: Zum einen ging es in die Landeshauptstadt Salzburg. Dort besuchten wir die Hohensalzburg. Ein tolles Erlebnis für alle, besonders die Fahrt mit der Festungsbahn kam bei den Kindern gut an. Die anschließende Freizeit in der Altstadt und City nutzen alle ähnlich, McDonalds inklusive. Zum anderen ermöglichte das Lagerbudget noch eine abschließende Wanderung zum Hochseilpark Seeham, in dem sich alle Teilnehmer von Baum zu Baum hangeln konnten (der eine elegant, der andere nicht so elegant) und sich selbst mit einer Fahrt auf der 160 Meter langen Seilrutsche belohnten. Die Zeit verging schnell und man stand zur Morgenrunde am allseits verhassten Abbautag… -den ganzen Tag schufteten alle zusammen. Am frühen Abend war der Hänger gepackt und das Schlaflager für die letzte Nacht in der Scheune errichtet. Zum Abendessen gab es super Käsespätzle, die sich die einen mehr, die anderen weniger schmecken ließen. Zur Abendrunde kamen alle zusammen, um sich das letzte Kapitel von Erich Kästners „Das Fliegende Klassenzimmer“ anzuhören und zwei Wochen Lager Revue passieren zu lassen. Am nächsten Morgens machte sich noch im Morgengrauen der Bulli mit Anhänger auf dem Heimweg, ehe die Reisegruppe nach einem letzten Bad im Grabensee um 12 Uhr vom Salzburger Hauptbahnhof die Heimreise antrat. Mit einer Stunde Verspätung kam die Gruppe am Essener Hauptbahnhof an, wo sie von glücklichen Eltern empfangen wurde. Hundemüde verabschiedeten sich nach einer abschließenden Runde alle voneinander und es ging nach Hause… Wieder einmal bedanken wir uns bei allen Teilnehmern für ein super gelungenes Sommerlager und freuen uns auf den kommenden Winter und eure Mitarbeit, sowie jede Menge Spaß in den Gruppenstunden. Und immer daran denken: Pfingsten naht! 😉