Sommerlager 2013 in Villach

SoLa_2013-22013 stand für mehr als 50 Rochen mal wieder ein internationales Lager auf dem Programm: Es ging zum großen Pfadfinderzeltplatz Techuana nach Österreich. Dieser Platz ist einer der wenigen, der vom Weltverband WOSM für seine Umgebung und Natur ausgezeichnet worden ist. Was das heißt, erfuhren die Rochen dann bei der Ankunft: Kein Strom, kein elektrisches Licht, dafür umso mehr Sonne.

Während die Anreise der Teilnehmer und einiger Leiter im Reisebus reibungslos verlief, standen die vier Bullyfahrer vor der ersten Herausforderung: kurz vor dem Ziel kapitulierte der Bully und wollte nicht mehr anspringen. Dank des ADACs, der schnell zur Stelle war, konnte die Vortour das Lager aber dennoch erreichen und sich gleich ein Bild von der sengenden Hitze machen. „Angenehme 39 Grad Celsius“ waren für die nächsten Tage vorhergesagt, seit 12 Wochen hatte es nicht geregnet und das sah man. Am Abend waren dann alle wieder vereint, und während die einen schon müde auf ihre Matte sanken, machten sich die anderen schon ein genaueres Bild vom ökologisch ausgezeichneten Platz. Kein Strom weit und breit – keine einzige Steckdose, aber auch nirgendwo Licht und nur sporadisch warmes Wasser. Und wie kalt das Wasser direkt aus dem Berg wirklich ist, das erfuhren alle irgendwann am eigenen Leib.

Die Hitze erschwerte auch die nächsten Tage: tagsüber war es so heiß und Schattenplätze so rar, dass Spiele und das Errichten von Lagerbauten erst mal flach fielen. Zusätzlich hielten auch die mit Gas betriebenen Kühlschränke der Hitze im Küchenzelt nicht stand. Und nicht zu vergessen, der Bully machte seinen eigenen Urlaub in einer Werkstatt in Villach. Herausforderungen über Herausforderungen, die da vor der Leiterrunde lagen.

Abkühlung (nach der ungewollten beim Duschen am Platz) fanden wir dann am Faaker See, der nur eine knappe Stunde Fußweg über den Berg vom Lager entfernt war. Der See begeisterte mit türkisblauem Wasser und wir statteten ihm auch in den kommenden Tagen noch einen Besuch ab. Da aber auch das irgendwann langweilig wird, wurde der Tagesablauf adjustiert und dem Wetter angepasst: nach einer frühen Morgenrunde um halb 8 und anschließendem Frühstück konnten sich alle bei Großgruppenspielen bei erträglichen Temperaturen bis mittags austoben. Dann folgte eine lange Siesta, die die meisten zum Lesen und Fläzen im Schatten nutzten, oder den angrenzenden Wald und Bach erkundeten. Und ein großartiges neues Abendspiel feierte Premiere bei uns: „Mein Leiter kann“. Verschiedene Aufgaben werden gestellt und die Gruppen über- oder unterbieten sich, wozu ihr Leiter fähig ist: welcher Leiter kann am längsten die Luft anhalten, am schnellsten eine ganze Zwiebel verschlingen, die meisten Rollen hintereinander turnen? Auch die Kühlschränke regenerierten sich wieder, nachdem sie unter einen Unterstand auf dem benachbarten Platz umgezogen waren. Und dank der Hilfe unserer Ehrengäste, die selbst mit dem Auto angereist waren, und der anderen Stämme klappte es auch mit dem Einkaufen und niemand musste abends hungrig in den Schlafsack krabbeln.

Am Donnerstag der ersten Woche ging es dann für alle nach Villach, der größten Stadt in der Nähe und der zweitgrößten Stadt Kärntnens. Dort wurde nicht nur eingekauft, an der Drau und im Biergarten entspannt, sondern auch die Besorgungen für den bevorstehenden Hike erledigt. Anlässlich der hohen Temperaturen, welche das Wandern nicht nur anstrengender sondern auch gefährlicher machten, sollten nur die jungen und alten Pfadis und die Rover auf Hike gehen. Während es die drei Gruppen an die nicht minder schönen Seen der Umgebung zog, blieben die Wös und Juffis mit ihren Leitern am Platz und ließen es sich dort gut gehen: neben stufeninternem Programm und Pizza genossen sie außerdem eine Kanutour auf dem Faaker See. Am Sonntagabend waren dann alle wieder vereint und konnten sich erst einmal von den Strapazen des Wochenendes erholen: Montag war „Andersherum-Tag“. Ausschlafen, offenes Pfannkuchenfrühstück bis mittags, Auspacken und Kontrolle des Hikematerials und schließlich Frühstück zum Abendessen. Und: endlich hatte es übers Wochenende geregnet, zwar kämpften einige Zelte, im Lager wie bei den Hikegruppen, nachts mit den Fluten, jedoch kühlte sich die Luft endlich etwas ab und zumindest abends und morgens wurde es frisch, schon fast kühl.

Die zweite Woche war nicht weniger ereignisreich: das heiß ersehnte Nachtspiel wurde zwar nach 10 Minuten im Wald abgebrochen, konnte dann aber schnell noch aufs freie Feld verlegt werden und war auch dort ein Erfolg. Der Rovertag am Mittwoch begann mit unaufhörlichem Regen und kurzerhand wurde ein Spieleturnier im Gerüstzelt ausgetragen. Der Nachmittag zeigte sich wieder trocken und ermöglichte so einen weiteren Höhepunkt des Lagers: das große Kochduell. Grundzutaten für Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise standen bereit und Spezialzutaten, etwa Vanillesauce, Kräuter oder Crema di Balsamico, konnten durch das Lösen von Fragen und Aufgaben verdient werden. Zwei Gruppen kochten um die Wette und so verspeisten alle hinterher ein, auch optisch ansprechendes, Drei-Gänge-Menü: Salat und Tomate mit Mozzarella, Tortellini mit zwei verschiedenen Saucen, Pfirsichquark und Schokoladenpudding. Der Donnerstag bestach mit Workshops, bei denen sich alle im Feuermachen, bei der Pflanzenkunde oder beim Yoga versuchen konnten, und dem Quiz am Abend, bei dem das Wissen rund um den Stamm, Sport oder den neuesten Klatsch & Tratsch getestet wurde. Auf vielfachen Wunsch fuhren wir am Freitag dann noch einmal nach Villach, bevor es abends schon ans Packen ging.

Neben dem Abbau am Samstag wartete noch eine andere Herausforderung auf uns: die Wespen waren hungrig wie nie und wollten vor ihrem Sterben im Herbst noch einmal richtig auf den Putz hauen. Das allgemeine, angestrengte Stöhnen beim Abbau in der Hitze wurde also hier und da von erschreckten Schmerzensschreien unterbrochen. Spitzenkandidaten stiegen am Abend mit fünf Wespenstichen in den Reisebus, einige blieben aber auch ganz verschont. Nach einer ruhigen und unglaublich flüssigen Fahrt kam der Reisebus am nächsten Morgen schon um viertel vor 6 wieder an unserer Kirche an. Der Bully, der ja das ganze Lager über in der Werkstatt verarztet worden war, machte zwei Stunden vorm Ziel schlapp, die Fahrer und der Anhänger wurden jedoch von einigen tapferen Eltern, die sich umgehend auf den Weg gemacht hatten, auch noch sicher nach Hause gebracht.

Auch wenn dieses Lager mit einigen Herausforderungen aufwartete, teils haarsträubend und schweißtreibend daher kam, gab es doch für jedes Problem eine Lösung und für jeden Stich eine Portion Fenistil. Und immer genug Wassermelone einzukaufen, kann auch nicht schaden.