Sommer ’09 in Kandersteg

Die erste Nacht auf dem neuen Zeltplatz ging ziemlich abrupt zu Ende. Wir wurden von einem großen Gewitter geweckt. – Oh nein, doch bitte nicht schon am ersten Tag…

Als wir dann aber aus dem Halbschlaf erwachten, wurde ziemlich schnell klar, dass es mal wieder nur ein vorbeikommender Zug war, der uns alle weckte… Das passierte uns in den nächsten zwei Wochen noch häufiger, denn der Zeltplatz liegt direkt neben einer vielbefahrenen Bahnstrecke. Diese ist aber auch schon so ziemlich das einzige Manko des Kandersteg International Scout Center (KISC).

Nachdem wir am ersten Tag unseres SoLas alle Zelte auf unserer relativ kleinen Parzelle aufgebaut hatten, ging es am zweiten Tag darum das riesige Gelände zu erkunden. Vom Fußballplatz bis Leiterkaminzimmer kann man so ziemlich alles auf dem Zeltplatz finden. Nicht zuletzt natürlich hunderte Pfadfinder aus aller Herren Länder.

Nachdem sich in den ersten Tagen alle wieder im Lager eingelebt hatten und wir uns die meiste Zeit mit dem Einrichten des Lager uns kleinen Spielchen beschäftigt, ging es schon bald mit den Highlights des Sommerlagers los.

Eines davon war sicherlich die Sonnenaufgangswanderung. Diese Wanderung war uns ziemlich am Anfang von den super freundlichen Staffs ans Herz gelegt worden. So machten wir uns also ungefähr um 4:00 Uhr (ja ihr habt richtig gelesen) auf den Weg. Als das Proviant, für ein leckeres Frühstück auf dem Berg, in den Rucksäcken verstaut war, machten wir uns mit der Taschenlampe in der Hand auf den Weg zum Gipfel. Dieser stellte sich als anstrengender als gedacht heraus, so dass wir es leider nicht pünktlich zum Sonnenaufgang bis zum Aussichtspunkt schafften. Doch zum Frühstück wurden wir dann zur Belohnung mit den ersten Sonnenstrahlen, die durch die Wolkendecke brachen belohnt. Nachdem wir uns alle gestärkt hatten, ging es nach ein paar Lieder die mit der Gitarre begleitet wurden, auch schon wieder nach unten.

Die meisten benutzten auf dem Rückweg die komfortable Möglichkeit mit der Seilbahn abzufahren, der verrückte Haufen, der auch wieder absteigen wollte kam dann als letztes (um ca. 11:00Uhr) im Lager an. Komischerweise hatten wir alle schon wieder Mittagshunger…

Die Lieblingsbeschäftigung aller Wös und Juffis während des Lager war das Tücher -Tauschen. Man hörte davon, dass sich manche Leiter vor dem Lager sogar mit massenweise Zusatztüchern ausgestattet hatten, um möglichst viele ausländische Tücher absahnen zu können.

Doch das allerbeste an dem Lager war sicherlich der Hike. In diesem Jahr sollte der Hike nicht wie gewöhnlich ablaufen – In Kandersteg wollten wir natürlich die einmalige Gelegenheit ausnutzen und eine Hüttentour machen. Bei der Planung ist uns mal wieder ein fleißiges Helferlein aus dem Staffteam zu Hand gegangen. So hatten wir schon nach kurzer Zeit für jede Stufe eine perfekt auf ihr Können zugeschnittene Route ausgearbeitet. Für die Kinderstufen ging es drei Tage lang durch die wunderschöne Berglandschaft rund um den Lagerplatz. Die Pfadis und Rover wagten sich sogar noch weiter hinauf, während die Pfadis den Rekord in Sachen Höhenmetern aufstellten, mussten die Rover auf ihrer Tour sogar einen Gletscher überqueren. Da wir den Hike getrennt nach Kinder- und Jugendstufen machten, hatte die jeweils andere Gruppe Zeit, das Lager mal für sich alleine zu genießen. Hier standen dann gemütliche Chillextage (der letzte Schrei in Hollywood) oder eine Wanderung zum nur 8°C kalten Öschinensee an. Es wagten sich sogar ein paar Juffis und Wös in den See hinein, doch keiner hielt es wirklich lange im Wasser aus. Doch für eine Entschädigung der kalten Abschreckung sorgte eine Fahrt mit der ganz in der Nähe liegenden Rodelbahn.

So vergingen also diese 14 Tage in der Schweiz mal wieder viel zu schnell.

Obwohl uns am vorletzten Tag noch innerhalb von 30 Minuten vier Zelte abgesoffen sind, heißt es am Ende dieser spannenden Zeit: „Wir waren nicht zum letzten Mal im KISC!“